Ansichtskarte zeigt das Braker Sieltief


Brake Der Braker Klaus Kirsch verfügt über eine umfangreiche Sammlung an historischen Unterlagen und Dokumenten. Auch die abgebildete Ansichtskarte stammt aus seinem Archiv. Wie er mitteilt, ist das Foto dazu vermutlich um 1905, auf jeden Fall nach 1902 entstanden. Die Ansichtskarte zeigt die Einmündung des Braker Sieltiefs in die Weser – seit der Verlegung des Sieltiefs 1857/58 bis zum heutigen Tage.

Auf dem Foto ist sehr gut die Kürze des Außentiefs zu erkennen, also die Strecke des Sieltiefs vom Deichdurchlass bis zur Einmündung in die Weser. Im Hintergrund ist der Klippkanner Weserdeich zu sehen, oben drauf die Norderdeichstraße, an der außendeichs diverse Gebäude stehen, die heutzutage alle abgebrochen sind. „Das von Bäumen umgebene Gebäude in der Bildmitte mit der weißen Werbetafel war eine Gaststätte, der Lindenhof, nach dem Krieg Kücken-Bar“, weiß Klaus Kirsch zu berichten.

Die auf der Ansichtskarte zu sehende Eisenbahnbrücke über das Außentief wurde 1901/02 gebaut. Ursprünglich wurden die Pieranlagen mittels eines Anschlussgleises an der Neustadtstraße entlang erschlossen beziehungsweise mit den Braker Bahnanlagen verbunden. Dieses Gleis verlief über die Drehbrücke am Kaiserhafen, der Vorgängerin der Brommy-Brücke.

Nach Klaus Kirschs Informationen hat um das Jahr 1900 ein Schiff die Eisenbahnbrücke über die Hunte bei Elsfleth demoliert. Fortan seien die Verantwortlichen in Brake von der Vorstellung geplagt gewesen, die Braker Drehbrücke könnte auch beschädigt und dadurch der Eisenbahnverkehr zu den Pieranlagen lahmgelegt werden. Man habe sich zum Bau eines zweiten Hafenanschlussgleises entschlossen. Die Eisenbahn-Verwaltung wurde veranlasst, ein Gleis anzulegen, das östlich (in etwa gegenüber der ehemaligen Klippkanner Schule) von den Bahnanlagen abzweigte und in irrwitzigen Kurven entlang des Klippkanner Sieltiefes verlief und dieses auch überquerte. Das Tunnelbauwerk existiert laut Klaus Kirsch noch heute. Beim Bolzplatz am Arbeitsamt könnte man es noch besichtigen.

„Dieses Gleis wurde auf Veranlassung der Reichs-Kriegsmarine nach dem Bau der Kasernen in den späten 1930er Jahren wieder abgebaut, weil die Mariner bei ihren Parade-Märschen nicht gerne von querenden Güterzügen vom und zum Pier gestört werden wollten.“

Das Foto für die Ansichtskarte sei heute so nicht mehr machbar. „Abgesehen davon, dass wir ja nicht mehr zum Pier dürfen, ist die ganze Situation heute völlig anders“, so Klaus Kirsch. In den 1930er Jahren habe die Firma Karl Gross einen Silo (heute Müller gehörend) über das Außentief gebaut, außerdem sei der Außentiefs-Verlauf getunnelt worden. „Die Brücke scheint aber kurioserweise noch nach dem Krieg vorhanden gewesen zu sein“, so Klaus Kirsch. Vermutlich sei sie beim Neubau des Sieles 1958 mit abgerissen worden. Lediglich eine Öffnung zu Wartungszwecken (um von beiden Seiten an die Tore zu kommen) außendeichs direkt unterhalb des Deiches ließe noch einen Blick auf das Außentief möglich – wenn man denn ins Hafengelände dürfte.










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